Annuitäten­darlehen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine durchgehend gleich hohe Rate zeichnet das Annuitätendarlehen aus.
  • Kreditnehmer profitieren dadurch von einer hohen Planungssicherheit.
  • Heutzutage sind die meisten Raten- und Konsumkredite Annuitätendarlehen.

Die meisten Raten- und Konsumkredite in Österreich sind sogenannte Annuitätendarlehen – auch unser fairer Credit. Grund genug, einen genaueren Blick auf diese Darlehensart zu werfen und zu klären, was überhaupt eine Annuität ist, wie sie sich berechnet und welche Vorteile Ihnen ein Annuitätendarlehen bietet.

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Ein Annuitätendarlehen zeichnet sich in erster Linie durch seine gleichbleibenden Raten aus. Egal, ob Sie noch ganz am Anfang der Rückzahlung stehen oder schon einige Monate abzahlen: Die monatliche Rate, die Sie bei einem Annuitätendarlehen zahlen müssen, bleibt immer gleich. Nur das Verhältnis von Zinsanteil und Tilgungsanteil verändert sich von Monat zu Monat. Der Zinsteil wird stetig kleiner, der Tilgungsteil hingegen immer größer. Beides addiert ergibt aber immer Ihre anfangs vereinbarte Rate. Diese bleibt immer gleich. Daher sprechen Bankleute von einer „konstanten Annuität“. Somit kann ein sehr klarer Tilgungsplan aufgestellt werden.

Die allermeisten Ratenkredite und Konsumkredite funktionieren nach diesem Prinzip des Annuitätendarlehens. Übrigens auch durch Wohneigentum besicherte Baufinanzierungen.

Dem Annuitätendarlehen gegenüber steht das Tilgungsdarlehen, bei dem lediglich der Tilgungsanteil und nicht die Rate über die gesamte Laufzeit gleichbleibt.

Tipp

Sofortkredit als Alternative

Die Sofortkredite von der faire Credit bieten Ihnen die volle Flexibilität in allen Belangen. Sie bestimmen Laufzeit sowie Raten und können jederzeit Sondertilgungen leisten, um den Kredit schneller zurückzuzahlen.

Annuitätendarlehen: Vorteile & Nachteile

Annuitätendarlehen versprechen größtmögliche Sicherheit für Kreditnehmer. Die monatlichen Raten bleiben stets gleich und Ausgaben lassen sich vorausschauend steuern.

Die Vorteile

Hohe Planungssicherheit

Sie wissen ab Tag eins, welche monatliche Belastung im nächsten Monat, in einem Jahr oder noch später auf Sie zukommt.

Zinssicherheit

Während der Zinsbindungsfrist haben steigende Zinsen keine Auswirkungen auf Ihre monatliche Belastung – denn Ihre Rate bleibt immer gleich.

Steigende Tilgung

Mit der ersten Monatsrate beginnt die Tilgung. Dadurch reduzieren sich monatlich Schuldsumme und Zinszahlungen.

Die Nachteile beim Annuitätendarlehen

Die hohe Planungssicherheit des Annuitätendarlehens bringt mit sich, dass diese Darlehensform nur bedingt flexibel ist. Das Darlehen folgt dem vorgesehenen Tilgungsplan: Jeden Monat ist die gleiche Rate fällig, außer Ihr Vertrag ermöglicht individuelle Sonderzahlungen oder Ratenpausen, die aber in den meisten Fällen mit nachteiligen Konditionen bei der folgenden Rückzahlung verbunden sein können.

Auch die Zinsbindung, die bedeutend zur hohen Planungssicherheit beim Annuitätendarlehen beiträgt, kann zum Nachteil werden. Nämlich dann, wenn es zu Veränderungen am Finanzmarkt kommt, die Zinsen sinken und Sie theoretisch von einem niedrigeren Zinssatz profitieren könnten.

Rate, Zins und Tilgung berechnen

Annuitätenkredite erfordern sorgfältige Planung und einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Finanzen, um die Rückzahlung erfolgreich bewältigen zu können.

Üblicherweise werden Ratenzahlungen für den Anfang oder die Mitte des Monats vereinbart (1. oder 15. des Monats). Dabei beginnen die Ratenzahlungen zumeist in dem Monat nach der Kreditauszahlung. Die Rückzahlung läuft anschließend so lang, bis keine Restschuld mehr besteht. So wirken sich die einzelnen Faktoren mit der Zeit aus:

Monatliche Rate – bleibt immer gleich

Die Rate eines Annuitätendarlehens besteht aus einem Tilgungsanteil und einem Zinsanteil. Mit jeder Rate zahlen Sie also einen Teil der Kreditsumme, die Sie aufgenommen haben, zurück und entrichten eine Gebühr an die Bank: die Zinsen. Letztere berechnen sich aus dem Zinssatz.

Zinsanteil – verringert sich Monat für Monat

Da Zinsen immer nur für die Restschuld berechnet werden, verringert sich der Zinsanteil mit jeder einzelnen Rate – denn Sie tilgen ja Monat für Monat einen weiteren Teil der Restschuld. Und umso kleiner die Restschuld, umso kleiner die Zinsen daraus. Die Tilgung der Restschuld steigt dabei sogar mit jeder Rate an. Sie zahlen also nach und nach einen immer größeren Brocken ab.

Tilgung – beginnt mit der ersten Rate

Die Tilgung beginnt bei einem Annuitätendarlehen in der Regel mit der ersten Rate. Sie zahlen also von Beginn an Ihren Kredit ab und verringern dabei Monat für Monat Restschuld und Zinsen, während gleichzeitig die Tilgung der Restschuld steigt. Trotz gleichbleibender Raten zahlen Sie also nach und nach einen immer größeren Brocken ab.

Dieser Effekt der monatlich steigenden Tilgung ist übrigens der Grund, wieso man bei Annuitätendarlehen immer nur von „anfänglicher Tilgung“ spricht. Sie haben vielleicht auch schon Formulierungen wie „5 Prozent anfängliche Tilgung“ gelesen. Das bedeutet, dass die Rate so bemessen ist, dass bei der allerersten Ratenzahlung – und nur bei der – genau 5 Prozent der Darlehenssumme zurückgezahlt werden. Schon bei der zweiten Ratenzahlung stimmen die 5 Prozent nicht mehr ganz. Jetzt sind es vielleicht eher 5,02 Prozent. Und nach einem Jahr vielleicht 5,4 Prozent usw.

Laufzeit und Tilgungsplan

Die Darlehenslaufzeit gibt an, wie lange Sie als Darlehensnehmer brauchen, um das Darlehen vollständig zurückzuzahlen. Die Laufzeit (sowie die Zinsen bzw. der Zinssatz) lässt sich beim Annuitätendarlehen nur unter Berücksichtigung der individuellen Umstände berechnen . Eine längere Laufzeit führt zu niedrigeren monatlichen Raten, während eine kürzere Laufzeit mit höheren Raten einhergeht.
Der Tilgungsplan legt fest, wie das Darlehen im Laufe der Zeit zurückgezahlt wird. Er zeigt die Aufteilung der monatlichen Annuitäten Form eines Zins- und Tilgungsanteils.

Tipp

Annuitätenrechner online nutzen

Die Berechnung der Annuität erfolgt anhand einer Formel, die den Kapitalbetrag, den Zinssatz und die Laufzeit berücksichtigt. Die genaue Berechnung der Annuität ist komplex, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Mithilfe unseres Darlehensrechners können Sie Laufzeit und monatliche Rate frei berechnen und sich einen ersten Überblick verschaffen.

Ein Rechenbeispiel für die Annuität

Nehmen wir an, Sie schließen einen Kredit über 10.000 Euro zu 5 Prozent jährlicher Verzinsung ab. Die Laufzeit des Annuitätendarlehens beträgt 6 Jahre. Aus dem Gesamtaufwand für das Darlehen (Darlehensbetrag + Zinsen) ergibt sich eine gleichbleibende Rate von 161,05 Euro.

Diese Rate umfasst im ersten Monat 119,38 Euro Tilgung und 41,67 Euro Zinsen. Da Sie nach dem ersten Monat 119,38 Euro getilgt haben, wird der Zinsteil für den folgenden Monat neu an der Restschuld bemessen: Jetzt beträgt er nur noch 41,17 Euro, also 50 Cent weniger als bei der ersten Rate. Diese 50 Cent fließen nun in den Tilgungsanteil. Sie können also im zweiten Monat etwas mehr abzahlen, nämlich 119,88 Euro.

Nach dem ersten Jahr haben Sie so schon fast 15 Prozent des Kredits zurückgezahlt.

Kreditkonditionen10.000 € Kreditsumme, 5 % jährliche Verzinsung, 6 Jahre Laufzeit
Ermittelte monatliche Rate161,05 €
Zusammensetzung der Rate im 1. Monat119,38 € Tilgungsanteil + 41,67 € Zinsanteil (= 161,05 €)
Restschuld nach 1. Monat10.000 € – 161,05 € = 9880,62 €
Zusammensetzung der Rate im 2. Monat119,88 € Tilgungsanteil + 41,17 € Zinsanteil (= 161,05 €)
Restschuld nach 2. Monat9880,62 € – 161,05 € = 9760,74 €

Sondertilgung und Ratenpause

Sondertilgungen und Ratenpausen sind beim prinzipiell eher starren Modell „Annuitätendarlehen“ zwar möglich, ziehen jedoch Konsequenzen nach sich.

Sondertilgungen können dabei helfen, die Zinsen während der Tilgung zu verringern. Die Kreditrate bleibt nach der Sondertilgung zwar unverändert. Aber da Sie mit einem Mal einen größeren Betrag der Restschuld abgezahlt haben, verringern sich auch die Zinsen, die dann noch ausstehen. Denn die Laufzeit wird verkürzt. Zudem steigt mit der Sondertilgung der Tilgungsanteil der Kreditrate. Weitere Einsparungen für Sie sind die Folge. Bei Sondertilgungen oder vorzeitiger Rückzahlung verlangen manche Banken daher eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Ratenpausen können bei einem finanziellen Engpass eine sinnvolle Entlastung darstellen. Setzen Sie eine oder mehrere Raten aus, entstehen Ihnen zwar für einige Zeit keine Kosten. Doch die Zinslast steigt dadurch geringfügig an, denn Sie zahlen ja einige Monate lang keinen Zins. Dieser wird also der Gesamtsumme hinzugerechnet. Aus dieser berechnet sich nach der Ratenpause eine neue monatliche Kreditrate. Der Zinsanteil liegt dann für kurze Zeit geringfügig höher als vor der Ratenpause.

Annuitätendarlehen: 3 Tipps für Sie

Sorgfältige Kalkulation und Budgetplanung

Es ist wichtig, eine detaillierte Kalkulation durchzuführen sowie eine realistische Budgetplanung vorzunehmen, bevor Sie sich für ein Annuitätendarlehen entscheiden. Berücksichtigen Sie möglichst alle Ihre Ausgaben und Einnahmen, um sicherzustellen, dass Sie die monatlichen Ratenzahlungen leisten können. Überlegen Sie auch, wie sich unvorhergesehene Ausgaben oder Veränderungen in der finanziellen Situation auf die Rückzahlung auswirken könnten.

Möglichkeiten zur vorzeitigen Rückzahlung

Überprüfen Sie Ihre Möglichkeiten zur vorzeitigen Rückzahlung des Annuitätendarlehens. Wenn Sie schon absehen können, dass Sie streckenweise über zusätzliche finanzielle Mittel verfügen, sollten Sie in Erwägung ziehen, diese zur Reduzierung des Kapitalbetrags zu verwenden. Das trägt dazu bei, die Gesamtkosten des Darlehens zu verringern und die Laufzeit zu verkürzen. Informieren Sie sich jedoch über eventuelle Vorfälligkeitsentschädigungen oder Gebühren, die mit einer vorzeitigen Rückzahlung verbunden sein können. Manche Darlehensverträge, wie zum Beispiel der faire Credit, erlauben auch kostenlose Sondertilgungen innerhalb bestimmter Grenzen.

Berücksichtigung von Zinsentwicklungen

Behalten Sie die Zinsentwicklungen im Auge. Wenn die Zinsen sinken, könnte es sich lohnen, über eine Umschuldung nachzudenken, um von niedrigeren Zinsen zu profitieren. Beachten Sie jedoch, dass Umschuldungen je nach den individuellen Vertragsbedingungen Ihres laufenden Darlehens mit Kosten verbunden sein können – einschließlich Gebühren für die vorzeitige Ablösung des bestehenden Darlehens.

FAQ: Häufige Fragen zum Annuitätendarlehen

Annuitätendarlehen und endfälliges Darlehen – was ist der Unterschied?

Bei einem endfälligen Darlehen zahlt der Kreditnehmer während der Laufzeit des Darlehens nur die Zinsen. Am Ende der Laufzeit muss die gesamte Kapitalschuld auf einmal zurückgezahlt werden. Im Gegensatz dazu beinhalten Annuitätendarlehen sowohl Zinszahlungen als auch eine schrittweise Tilgung des Kapitalbetrags.

Kann ich ein Annuitätendarlehen vorzeitig zurückzahlen?

Es besteht oftmals die Möglichkeit, ein Annuitätendarlehen durch Sondertilgungen vorzeitig zurückzuzahlen. Damit verkürzen Sie die Laufzeit und reduzieren die Gesamtkosten des Darlehens. Es ist jedoch wichtig, die vertraglichen Bedingungen zu überprüfen, da einige Kreditgeber Vorfälligkeitsentschädigungen oder Gebühren für vorzeitige Rückzahlungen erheben können.

Wie beeinflussen Zinsänderungen die monatlichen Ratenzahlungen bei einem Annuitätendarlehen?

Bei den meisten Annuitätendarlehen sind Zinsbindungsfristen vereinbart. Das bedeutet, dass der Zinssatz in diesem Zeitraum unverändert bleibt und auch die Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt keinen Einfluss darauf haben. Das sorgt zwar insgesamt für mehr Sicherheit und erleichtert die Budgetplanung, dafür ist das Annuitätendarlehen aber auch wenig flexibel, wenn Sie etwa von veränderten Zinssätzen profitieren könnten.

Annuitätendarlehen oder Tilgungsdarlehen?

Im Gegensatz zum Annuitätendarlehen, bei dem die monatliche Rate (= Tilgungsrate + Zinsen) stets gleich bleibt, werden beim Tilgungsdarlehen gleichbleibende Tilgungsraten vereinbart – on Top kommen dann noch die Zinsen. Da sich die Zinsen nach einem festen Zinssatz und anhand der jeweiligen Restschuld berechnen, sind die Zinsen und damit die monatliche Rate anfangs noch sehr hoch. Mit der Zeit wird die monatliche Rate jedoch immer geringer: Der Tilgungsbetrag bleibt zwar gleich, aber der zusätzliche Betrag an fälligen Zinsen wird durch die rasch sinkende Restschuld immer kleiner.

Gut zu wissen

Vorteil und Nachteil des Tilgungsdarlehens

Ein Tilgungsdarlehen ist dank der hohen Anfangstilgung verhältnismäßig schnell abgezahlt. Und je kürzer die Kreditlaufzeit, desto weniger Zinsen zahlen Sie insgesamt für den aufgenommenen Kredit. Der Nachteil: Die monatliche Kreditrate ist entsprechend hoch und nicht jedem Kreditnehmer möglich. Diesem Problem könnten Sie nur begegnen, indem Sie die Tilgungsrate verringern: Dann verlängert sich aber die Kreditlaufzeit unnötig, was eine steigende Gesamtzinslast zur Folge hätte.

Die Frage, ob nun ein Annuitätendarlehen oder ein Tilgungsdarlehen die bessere Wahl ist, stellt sich für die meisten Verbrauchen aber ohnehin nicht mehr. Die meisten Ratenkredite, die Banken für Konsumzwecke anbieten, sind ohnehin Annuitätendarlehen. Auch Baufinanzierungen, die früher häufig Tilgungsdarlehen waren, werden heute als Annuitätendarlehen ausgegeben.

Das Tilgungsdarlehen begegnet einem heutzutage fast nur noch im Bereich geschäftlicher Finanzierungen. Auch bei Selbstständigen wird es mitunter noch vergeben. Hier können Tilgungsdarlehen helfen, denn im Gegensatz zu angestellten Arbeitnehmern sind die künftigen Finanzen von Selbstständigen und damit ihre Bonität schlechter absehbar: Mit einem schnell abgezahlten Tilgungsdarlehen mit einer hohen Anfangstilgung kann man diesem Problem begegnen.

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